13.11.2018

Bayer rechnet mit rund 10.000 Glyphosat-Klagen in den USA

Bayer-Monsanto: eine Hochzeit mit Folgen

Der Chemiekonzern Bayer hat in seinem Geschäftsbericht für das dritte Quartal 2018 mitgeteilt, dass die Zahl der Klagen wegen Krebserkrankungen durch den Herbizidwirkstoff Glyphosat auf 9.300 gestiegen sei. Trotz guter wirtschaftlicher Zahlen bleibt der Aktienkurs des Unternehmens im Keller. [+] mehr...

07.11.2018

Glyphosat-Ausstieg: Ministerinnen planen um die Wette

Campact übergibt Bundesumweltministerin Svenja Schulze (re.) 450.000 Unterschriften gegen Glyphosat. Foto: Jakob Huber/Campact (https://bit.ly/2k4ovMU; https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/)

Landwirte, die Pflanzengifte nutzen, müssen künftig auf ihren Ackerflächen pestizidfreie Bereiche für Tier- und Pflanzenarten garantieren. Das ist Teil eines Vorschlags von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD), wie sie den Abschied vom Totalherbizid Glyphosat bis 2023 organisieren will. Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) kritisierte Schulzes Vorgehen.
Die Umweltministerin will bereits jetzt per Verordnung festlegen, dass Glyphosat in Deutschland Ende 2023 verbindlich und umfassend verboten werden soll. Früher sei das nicht möglich, weil die EU es - mit der Stimme eines deutschen CDU-Agrarministers – Ende 2017 bis 2022 zugelassen hatte. Anschließend folgt noch ein Jahr Übergangsfrist. Bis dahin wolle man den Schaden mit Hilfe von Auflagen möglichst begrenzen, so Schulze gestern. So sollen Landwirte, die Glyphosat versprühen, ab 2020 im Schnitt rund zehn Prozent ihrer Ackerfläche als Lebensräume für Tiere und Pflanzen pestizidfrei halten. Solche „Biodiversitätsflächen“ könnten etwa Blühflächen oder Brachen sein oder Getreideäcker mit geringer Saatdichte.
Die Auflagen sollen Teil der Zulassung für glyphosathaltige Spritzmittel werden, die das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in diesem Jahr erneuern muss. Entsprechende Bescheide habe man dem BVL gestern bereits zugesandt, teilte Umweltministerin Schulze mit. Das BVL, das Agrarministerin Klöckner untersteht, müsse die Zulassungen im Einvernehmen mit dem Umweltressort erteilen, das die Auswirkungen auf die biologische Vielfalt bewertet. Die Auflagen sollen auch für andere Pflanzengifte gelten, welche „die Artenvielfalt nachweislich schädigen“. Außerdem will Schulze den Glyphosateinsatz in Wasserschutz- und ökologisch sensiblen Gebieten untersagen. Generell solle ein Abstand von 20 Metern zu Gewässern eingehalten werden. Auch Vorsaat-, Stoppelbehandlung und Sikkation sollen konsequent verboten werden.
Bundesagrarministerin Julia Klöckner reagierte verschnupft: "Ich habe bereits im April diesen Jahres das Eckpunktepapier zu einer Minderungsstrategie von Glyphosat vorgelegt“, teilte die CDU-Politikerin mit. Man sei darüber in intensiven Gesprächen mit dem Umweltressort. „Jetzt ist es wichtig, zügig zu gemeinsamen Ergebnissen zu kommen und den Entwurf endlich in die Ressortabstimmung zu geben“, mahnte Klöckner. Sie warf Schulze vor, „bereits geregelte Zuständigkeiten wieder einmal in Frage zu stellen“ und damit den Prozess zu verzögern.
Offenbar habe die Umweltministerin ihre Vorschläge noch nicht mit ihrer Kollegin aus dem Agrarressort abgestimmt, interpretierte die grüne Fraktionschefin im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, den Vorgang. „Das geht so nach dem Motto: Ich würde ja gerne, wenn ich könnte“, spottete die Grünenpolitikerin. Regieren bedeute aber, sich auf eine vernünftige langfristige Lösung zu einigen. Göring-Eckardt forderte die Bundesregierung auf, sich in Deutschland und der EU klar gegen Glyphosat zu positionieren.
Bei ökologischen Verbänden stießen Schulzes Pläne auf überwiegend positive Resonanz. Der Naturschutzbund Deutschland (NaBu) begrüßte, dass der Glyphosat-Ausstieg in der laufenden Legislaturperiode festgezurrt werden soll. Die Bundesregierung müsse sich darüber hinaus national für strengere Anwendungsauflagen für sämtliche Pestizid-Produkte einsetzen, forderte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Auf EU-Ebene müsse sie sich für ein Zulassungsverfahren stark machen, das den Schutz der biologischen Vielfalt umfassend berücksichtige.
Für den Anbauverband Bioland waren die geplanten Ausgleichsflächen schon lange fällig. Die Anwendung des Verursacherprinzips sei „ein großer Schritt zum Erhalt der Biodiversität unserer Kulturlandschaften“, so Biolandsprecher Gerald Wehde. Der deutsche Bauernverband (DBV) kritisierte nach Agenturberichten den „Alleingang“ der Umweltministerin und nannte den Vorschlag „inakzeptabel“. Der Schutz der Arten müsse über Umweltprogramme erreicht werden und gehöre nicht in die Anwendungsverordnung für Spritzmittel, meinte DBV-Präsident Joachim Rukwied. [vef]

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06.11.2018

Staatenbündnis will Hürden für Gentech-Pflanzen im Welthandel abbauen

Export Soja Hafen Transport

Die USA haben zusammen mit zwölf anderen Staaten gemeinsame Eckpunkte für die gesetzliche Regulierung neuer gentechnischer Verfahren vorgestellt. Sie wollen Genome Editing in der Landwirtschaft möglichst schnell umsetzen und mögliche „Handelshemmnisse“, sprich strenge Regulierungen, verhindern. Dabei soll die Welthandelsorganisation WTO helfen. [+] mehr...

Regionale Nachrichten

21.03.2018

Baden-Württemberg: Ohne Gentechnik gegen die Tigermücke

Dengue Fieber Mücke

Seit einigen Jahren breitet sich die Asiatische Tigermücke in Baden-Württemberg aus. Das Bundesland will die dauerhafte Ansiedlung verhindern und dazu sterile Mückenmännchen aussetzen. Das funktioniert auch ohne Gentechnik. [+] mehr...

Aktionen

Kein Freifahrtschein für neue Gentechnik-Verfahren!

Foto: Infodienst
Foto: Infodienst

Gentechnik ist out. Deshalb versuchen einige Firmen jetzt, die Manipulation von Erbgut einfach anders zu bezeichnen. Und die Bundesregierung macht mit: sie stufte einen mit neuen Gentech-Methoden hergestellten Raps (herbizid-resistent) als „nicht als Gentechnik im Sinne des Gentechnikgesetzes“ ein. Damit könnte die Pflanze ohne Kennzeichnung und Sicherheitsmaßnahmen auf den Acker. 27 Verbände wollen das verhindern. Machen Sie mit!

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