25.05.2018

Bayer will Monsanto "in Kürze" übernehmen

Protestaktion von Inkota vor der Bayer-Hauptversammlung Foto: Fritz Schadow / INKOTA-netzwerk

Dem Bayer-Konzern fehlen weiterhin behördliche Genehmigungen, um den Saatgutgiganten Monsanto übernehmen zu können. Das musste Bayer-Chef Baumann heute bei der Hauptversammlung der Aktiengesellschaft in Bonn einräumen. Bekommt er die weltweit 30 erforderlichen Freigaben nicht bis 14. Juni zusammen, könnte der umstrittene 62,5 Milliarden Dollar-Deal noch wesentlich teurer werden oder ganz scheitern.
Denn wie das Manager-Magazin berichtet, kann Monsanto vom Vertrag zurücktreten, wenn die Übernahme bis dahin nicht weltweit genehmigt ist. In diesem Fall müsste Bayer eine Entschädigung von zwei Milliarden US-Dollar zahlen. Und wenn der amerikanische Saatguthersteller sich entscheiden würde nachzuverhandeln, rechnen Experten damit, dass der Kaufpreis steigt.
Doch der Vorstandsvorsitzende von Bayer scheint zuversichtlich: „Wir gehen davon aus, die Übernahme von Monsanto in Kürze abschließen zu können“, versicherte Werner Baumann den Aktionären. Man habe „fast alle entscheidenden Freigaben erhalten“. Nach Medienberichten fehlt noch die wichtige Zustimmung aus den USA. Dabei hatte es vor Wochen schon geheißen, Bayer sei sich mit dem US-Justizministerium einig geworden.
Aber auch wenn Bayer Monsanto vor dem 14.6. kaufen kann, wird es teurer als geplant: Baumann korrigierte die erwarteten Einsparungen durch Synergieeffekte von 1,5 auf 1,2 Milliarden US-Dollar nach unten. Außerdem müssen die Leverkusener nach dem Willen der Kartellbehörden Unternehmensteile im Wert von fast acht Milliarden Euro an den Konkurrenten BASF veräußern.
Verbände und Aktivisten weltweit nutzen die Zeit, um gegen die größte Firmenübernahme der Nachkriegsgeschichte zu Felde zu ziehen: Schon vor einer Woche hatten Tausende beim „Marsch gegen Monsanto“ in zahlreichen Ländern gegen den dann größten Agrarchemiekonzern der Welt protestiert. Und auch vor der Bayer-Hauptversammlung postierten sich heute wieder Bauern-, Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, um ihrer Kritik Gehör zu verschaffen: „Die Marktkonzentration im Agrarsektor bedroht die bäuerliche Landwirtschaft und die Ernährungssouveränität“, kritisierte etwa die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). Der Megakonzern werde nach der Fusion noch mehr Patente auf Pflanzen anstreben; so werde die Saatgutvielfalt verloren gehen. „Statt Gentechnik durch die Hintertür fordern wir die Stärkung des Vorsorgeprinzips und Wahlfreiheit für Züchter, Bauern und Verbraucher“, so Annemarie Volling von der AbL.
Das „Wir haben es satt!“-Bündnis wandte sich gegen die Selbstdarstellung des Chemieriesen, man wolle etwas gegen den Hunger in der Welt tun: „Bayer ist kein Wohltätigkeitsverein, sondern ein Konzern, der mit unserem Essen Milliardengewinne generieren will“, kritisierte Christian Rollmann. „Den 800 Millionen Menschen, die weltweit an Hunger leiden, ist durch die Zerstörung von bäuerlichen Strukturen und regionalen Saatgutmärkten nicht geholfen.“
Auch das Entwicklungsnetzwerk Inkota wies auf die fatalen Folgen des Konzentrationsprozesses in der Agrarindustrie vor allem für ärmere Länder hin: Die Saatgutpreise steigen, die Abhängigkeit von Spritzmitteln wächst, Kleinbauern weltweit überschulden sich. Daher fordert Inkota die Bundesregierung auf, gegen eine mögliche Fusion von Bayer und Monsanto vor dem Europäischen Gerichtshof zu klagen.
Für den grünen Bundestagsabgeordneten Harald Ebner steht Baysanto nicht für Innovation, sondern für die altbekannten Übel wie Pestizide, Gentechnik und Klagen gegen Umweltgesetze. Er fordert eine Agrarwende, um die Landwirtschaft „enkeltauglich“ zu machen. [vef] [+] mehr...

23.05.2018

Indisches Gericht: Gentech-Saatgut kann nicht patentiert werden

Baumwolle Indien

Das oberste Gericht der indischen Hauptstadt New Delhi hat entschieden, dass in Indien gentechnisch veränderte Pflanzen wie Bt-Baumwolle nicht patentiert werden können. Der Gentechnikkonzern Monsanto hat dagegen Berufung eingelegt. [+] mehr...

17.05.2018

Glyphosat-Studie: Spritzmittel verändern Darmflora

Campact übergibt Bundesumweltministerin Svenja Schulze (re.) 450.000 Unterschriften gegen Glyphosat. Foto: Jakob Huber/Campact (https://bit.ly/2k4ovMU; https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/)

Glyphosathaltige Herbizide verändern bereits in minimalen Dosen bei jungen Ratten biologische Parameter, die mit geschlechtlicher Entwicklung und genetischen Schädigungen verbunden sind. Zudem beeinflussen sie die Darmflora. Das sind erste Ergebnisse einer unabhängigen, crowd-finanzierten Langzeitstudie. [+] mehr...

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21.03.2018

Baden-Württemberg: Ohne Gentechnik gegen die Tigermücke

Dengue Fieber Mücke

Seit einigen Jahren breitet sich die Asiatische Tigermücke in Baden-Württemberg aus. Das Bundesland will die dauerhafte Ansiedlung verhindern und dazu sterile Mückenmännchen aussetzen. Das funktioniert auch ohne Gentechnik. [+] mehr...

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Kein Freifahrtschein für neue Gentechnik-Verfahren!

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Gentechnik ist out. Deshalb versuchen einige Firmen jetzt, die Manipulation von Erbgut einfach anders zu bezeichnen. Und die Bundesregierung macht mit: sie stufte einen mit neuen Gentech-Methoden hergestellten Raps (herbizid-resistent) als „nicht als Gentechnik im Sinne des Gentechnikgesetzes“ ein. Damit könnte die Pflanze ohne Kennzeichnung und Sicherheitsmaßnahmen auf den Acker. 27 Verbände wollen das verhindern. Machen Sie mit!

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