30.08.2017 |

Weniger Glyphosat in deutschem Bier

Drei Bier! Foto: Deutscher Brauer-Bund e.V. Drei Bier! Foto: Deutscher Brauer-Bund e.V.

Die Bürger-Proteste zeigen Wirkung: Wie das Münchener Umweltinstitut mitteilte, ist der Glyphosat-Gehalt im deutschen Bier im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Die Brauereien hätten vermutlich besser auf reine Rohstoffe geachtet, so das Institut. Nach deutlich erhöhten Werten im vergangenen Jahr hatten sich 20.000 Menschen seiner Forderung angeschlossen, das Pestizid aus dem Bier zu verbannen.
Insgesamt 14 beliebte Biere hat das Umweltinstitut getestet. Während die durchschnittliche Belastung 2016 noch bei 7,6 Mikrogramm Glyphosat pro Liter Bier lag, waren es 2017 im Schnitt nur noch 1,7 Mikrogramm. Damit sind die Werte in gut einem Jahr um fast 80 Prozent gesunken. Der Grenzwert für Trinkwasser von 0,1 Mikrogramm pro Liter werde allerdings von allen getesteten Bieren überschritten, so das private Institut. Bei einer Biersorte wurden immer noch 5,1 Mikrogramm Glyphosat pro Liter gemessen.
„Offenbar passen einige Brauereien beim Einkauf von Braugerste heute besser auf“, erklärte Agrarreferent Karl Bär den Rückgang. Die Wege, auf denen das Glyphosat ins Bier gelangen kann, sind vielfältig. Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ist es zwar verboten, Braugerste noch so kurz vor der Ernte mit Glyphosat zu spritzen, dass es zu Rückständen kommen kann. Der deutsche Brauerbund (DBB) räumt jedoch ein, dass das Spritzmittel von benachbarten Äckern herüberwehen kann. Außerdem müsse mangels Angebot etwa die Hälfte der Gerste im Ausland gekauft werden, wo der Einsatz glyphosathaltiger Spritzmittel teilweise erlaubt sei. Hauptherkunftsländer sind nach Angaben des DBB Frankreich und Dänemark.
Brauerbund und BfR halten die gefundenen Glyphosat-Mengen für ungefährlich. Der DBB hält es auch für fragwürdig, auf das Bier den „Vorsorgewert“ für Trinkwasser anzuwenden. Der Verband misst die eingesetzten Malze lieber an der europarechtlich festgelegten Rückstandshöchstgrenze für Gerste. Sie beträgt 20 mg Glyphosat/kg und in Weizen 10 mg/kg. Die bei eigenen Überprüfungen in Einzelfällen gefundenen Belastungswerte lägen „um mehr als den Faktor 100“ darunter, so der DBB. Und davon gelangten wiederum nur wenige Prozent ins Bier.
Das Umweltinstitut verwies jedoch darauf, dass auch in Getreide und Backwaren bereits Glyphosat gefunden wurde. Das Gift kann sich also im menschlichen Körper aus mehreren Quellen sammeln. Agrarexperte Bär wundert das nicht: „Der verbreitete Einsatz von Glyphosat führt letztendlich dazu, dass das Pestizid über die Nahrung wieder bei uns Menschen landet.“ Deshalb fordert das Umweltinstitut die Bundesregierung auf, sich bei der anstehenden Abstimmung auf EU-Ebene für ein Verbot des Wirkstoffs einzusetzen. [vef]

24.08.2017 |

USA: Monsanto verbot Wissenschaftlern Dicamba-Tests

Sojapflanzen mit Dicamba-Schäden — Soybeans showing the cupped leaves which are a symptom of dicamba injury. (Photo: U of A System Division of Agriculture; http://bit.ly/2isaTx4; https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/) Sojapflanzen mit Dicamba-Schäden — Soybeans showing the cupped leaves which are a symptom of dicamba injury. (Photo: U of A System Division of Agriculture; bit.ly/2isaTx4; https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/)

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters soll Monsanto es externen Wissenschaftlern vertraglich verboten haben, ein hauseigenes Herbizid mit dem Wirkstoff Dicamba auf seine Flüchtigkeit zu untersuchen. Andere Tests duften sie durchführen. Dies sei das erste Mal, dass ihm eine solche Einschränkung untergekommen sei, zitierte Reuters einen der Professoren, die das Spritzmittel mit Namen XtendiMax vor seiner Zulassung überprüft hatten.
Das bei Wärme leicht flüchtige Pflanzengift wird von Farmern ausgebracht, die Dicamba-resistente Soja- und Baumwollsorten von Monsanto anbauen. Ein Agrarwissenschaftler der Universität Missouri hat bis Mitte August 2242 Meldungen von geschädigten Landwirten aus 21 US-Bundesstaaten gesammelt. Allein an Sojafeldern seien rund 1,2 Millionen Hektar vergiftet worden, weil das Herbizid Dicamba von Nachbarfeldern herüberwehte, schrieb Kevin Bradley. So etwas habe er noch nie erlebt.
Der Agrarkonzern Monsanto hatte vor zwei Jahren die Zulassung für die Sojabohne MON 87708 und die Baumwollpflanze MON 8870 erhalten, die beide gentechnisch so verändert wurden, dass sie eine Behandlung mit Dicamba überleben. Monsanto vertreibt sie seither unter dem Markennamen Xtend zusammen mit dem Dicamba haltigen Pestizid XtendiMax. Auf dem Markt sind aber auch andere Dicamba-Pestizide, etwa Engenia von BASF. Denn Dicamba wurde bereits 1967 erstmals zugelassen und unterliegt keinem Patentschutz mehr.
Entsprechend lange ist bekannt, dass Dicamba sich leicht vom Acker macht. Es wurde aber wieder reaktiviert, weil viele Unkräuter bereits gegen das Pflanzengift Glyphosat resistent geworden sind. Als im vergangenen Jahr dann erste Dicamba-Schäden gemeldet wurden, führte Monsanto dies auf die Verwendung alter Dicamba-Produkte zurück. XtendiMax und Engenia wurden in dieser Saison mit dem Versprechen vermarktet, weniger leicht zu verdunsten. Dass die drei befragten externen Wissenschaftler das nicht prüfen durften, erklärte Monsanto laut Reuters damit, dass Flüchtigkeitstests unnötig gewesen wären.
Die US-Umweltbehörde EPA und fast alle Behörden der Bundesstaaten erlaubten den Einsatz von XtendiMax trotz der fehlenden Tests, lediglich Arkansas verweigerte seine Zustimmung. Doch auch in diesem Bundesstaat traten Dicambaschäden auf - entweder durch das BASF-Mittel (für das es externe Flüchtigkeitstests gab) oder weil XtendiMax illegal angewendet wurde.
Den Pestizid-Experten Kevin Bradley wundern die Schäden nicht: Weniger flüchtig bedeute eben nicht, dass das Mittel gar nicht verdunste. Alle bisherigen Ergebnisse zeigten, dass die Flüchtigkeit des Wirkstoffs das Grundproblem sei. Doch das werde von den Herstellern bislang negiert. Bradley empfiehlt, Dicamba nur noch im April und Mai vor der Aussaat anzuwenden, weil dann das Risiko von Verflüchtigungen wegen der niedrigen Temperaturen geringer sei. Sein Kollege Jason Norsworthy von der Universität von Arkansas ist da strikter: Er forderte laut Arkansas Online die Planzenschutzbehörde des Bundesstaates auf, den Einsatz von Dicamba im kommenden Jahr komplett zu verbieten. [lf]

22.08.2017 |

Baysanto: EU-Kommission hat noch Bedenken

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager (Foto: European Union, Jennifer Jacquemart)  EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager (Foto: European Union, Jennifer Jacquemart)

Die Europäische Kommission will die geplante Übernahme des US-Saatgutgiganten Monsanto durch den Chemieriesen Bayer noch intensiver prüfen. In ihrer heutigen Presseerklärung begründet sie das unter anderem damit, dass der Wettbewerb bei der gentechnischen Veränderung von Nutzpflanzen beeinträchtigt werden könnte. Die Bayer AG geht weiter davon aus, dass sie Monsanto bis zum Jahresende kaufen darf.
Mit Monsanto wäre die Bayer AG mit Sitz in Leverkusen das weltweit größte integrierte Pestizid- und Saatgut-Unternehmen. Dadurch kämen zwei Wettbewerber zusammen, die bei Totalherbiziden, Saatgut und agronomischen Merkmalen sowie in der digitalen Landwirtschaft führend sind, heißt es in der Presseinformation. Agronomische Merkmale sind etwa Herbizid-, Insekten- oder Krankheitsresistenz, mit denen Pflanzen durch Veränderung ihrer Gene ausgestattet werden können. Monsanto sei hier Marktführer und Bayer einer der wenigen Konkurrenten. Außerdem arbeiteten beide Unternehmen an neuen Produkten in diesen Bereichen.
Die für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager sagte: „Saatgut und Pestizide sind für Landwirte und letztlich auch für die Verbraucher von entscheidender Bedeutung. Wir müssen auf diesen Märkten einen wirksamen Wettbewerb sicherstellen, sodass Landwirte Zugang zu innovativen Produkten und einer besseren Qualität haben und Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen kaufen.“
Die Bayer AG hat die Entscheidung wegen des Umfangs des 66 Milliarden US-Dollar-Deals offenbar erwartet. Man sei von den Vorteilen des geplanten Zusammenschlusses für Landwirte und Kunden aber überzeugt und werde die EU-Kommission bei der Untersuchung wie bisher eng und konstruktiv unterstützen, heißt es auf der Bayer-Webseite.
Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) begrüßt die vertiefte Fusionskontrolle. Der AbL-Vorsitzende Martin Schulz verweist darauf, dass nach einer Bayer-Monsanto-Fusion drei Konzerne 44 Prozent des Saatgut- und 65 Prozent des Pestizidmarktes der EU kontrollieren würden. Das habe nichts mehr mit Wettbewerb zu tun, Vestager müsse die Übernahme von Monsanto ablehnen, sagte Schulz. Da eine Fusion massive Auswirkungen auf die bäuerliche Landwirtschaft haben wird, möchte die AbL an der Fusionsprüfung als Drittpartei beteiligt werden.
Die EU-Kommission hat nun bis zum 8. Januar 2018 Zeit, über den Zusammenschluss zu entscheiden. Die Einleitung einer eingehenden Prüfung lasse keine Schlüsse auf deren Ergebnis zu, hieß es. Bayer hatte die Übernahmepläne am 30. Juni 2017 bei der Kommission angemeldet. Am 31. Juli 2017 hätten Bayer und Monsanto Angebote vorgelegt, wie sie die Bedenken ausräumen wollen, so die Mitteilung der EU-Kommission. Diese Angebote reichten aber nicht, um ihre ernsthaften Zweifel an der Vereinbarkeit des Zusammenschlusses mit der EU-Fusionskontrollverordnung zu zerstreuen.
Aufgrund des weltweiten Tätigkeitsfelds von Bayer und Monsanto arbeitet die Kommission eng mit anderen Wettbewerbsbehörden zusammen, insbesondere mit dem Department of Justice der Vereinigten Staaten, dessen Entscheidung ebenfalls noch aussteht. Insgesamt müssen nach Angaben eines Bayer-Sprechers weltweit fast 30 Behörden der Monsanto-Übernahme zustimmen. Anfang Juli hatten das bereits zehn getan, darunter Südafrika.
Die EU-Kommission verwies darauf, dass sie die Übernahme im Fusionskontrollverfahren nur unter wettbewerbsrechtlichen Aspekten prüft. Bedenken in Bezug auf Lebensmittelsicherheit sowie des Verbraucher-, Umwelt- und Klimaschutzes, die in zahlreichen Zuschriften geäußert worden seien, würden dabei nicht berücksichtigt. [vef]

20.08.2017 |

Kanada lässt neue Gentech-Kartoffeln zu

Kartoffel Dieses Salz kam erst beim Kochen an die Kartoffel (Foto: Guillaume Brialon/flickr)

Wird Kanada zum Einfallstor für gentechnisch veränderte Lebensmittel? Die dortige Lebensmittelüberwachung habe drei gentechnisch veränderte (gv) Kartoffelsorten zugelassen, teilte der Hersteller, die Simplot Company, jüngst mit. Damit dürften sie angebaut, verkauft und verzehrt werden. Nach Angaben eines Firmenvertreters sei das in Kanada allerdings erst geplant, wenn es dafür auch einen Markt gebe.
Die Kartoffelsorten der zweiten Generation der Züchtung Innate seien ausschließlich mit Hilfe anderer Kartoffelgene hergestellt worden, sowohl von wilden, als auch von konventionellen Sorten, hieß es in der Presseinformation von Simplot. Sie sollen resistent gegen den Phytophtera-Pilz, weniger anfällig für Druckstellen und besser zu lagern sein. Außerdem entstehe beim Erhitzen weniger gesundheitsschädliches Acrylamid.
Das Problem: In Kanada müssen gentechnisch veränderte Lebensmittel nicht gekennzeichnet werden. Daher ließe sich der Weg dieser Kartoffeln nicht verfolgen. Wie berichtet waren dort erst kürzlich 4,5 Tonnen gentechnisch veränderter Lachs verkauft worden.
Wie ein Simplot-Vertreter dem kanadischen Senders CBC sagte, werden in den USA aktuell auf rund 2500 Hektar Innate-Kartoffeln angebaut. Sie würden in rund 4000 Supermärkten in 40 Bundesstaaten verkauft – laut transgen rund 18.000 Tonnen in den vergangenen beiden Jahren. Die Fastfoodkette McDonalds will nach Angaben des Portals allerdings einstweilen keine Innate-Kartoffeln verarbeiten. [vef]

15.08.2017 |

Multi-Vitamin-Reis gegen „versteckten Hunger“?

Gold Goldener und weißer Reis (Foto: IRRI Photos/flickr.com)

Wissenschaftler der Eidgenösssichen Technischen Hochschule (ETH) Zürich haben eine gentechnisch veränderte Reissorte vorgestellt, die in ihren Körnern sowohl Beta-Carotin als Vorstufe von Vitamin A erzeugt als auch die Spurenelemente Eisen und Zink anreichert. Damit ließe sich der „versteckte Hunger“ in Entwicklungsländern wirkungsvoll eindämmen, heißt es in der Mitteilung der Hochschule.

Das hieß es bereits vor 20 Jahren, als ETH-Wissenschaftler erstmals eine Reissorte entwickelten, die Beta-Carotin bildete. Im Jahr 1999 wurde dieser ‚Golden Rice' öffentlich präsentiert, mit dem Versprechen, damit den Vitamin A –Mangel in Entwicklungsländern wirkungsvoll zu bekämpfen. Bis heute wird der Golden Rice nicht kommerziell angebaut. Das internationale Reisforschungsinstitut IRRI auf den Philippinen hat in den letzten Jahren versucht nachzuweisen, dass der Gentech-Reis für den Verzehr geeignet ist. In diesem Jahr hat es nun erstmals Zulassungsanträge gestellt, unter anderem in den USA und auf den Philippinen.

Die ETH hatte nach dem Golden Rice 2009 einen Gentech-Reis präsentiert, dessen Eisengehalt im geschälten Korn um das Sechsfache erhöht war. „Ziel der Wissenschaftler ist es nun, noch eisenhaltigere Reiskörner herzustellen - und den Reis später Kleinbauern und Selbstversorgern kostenlos zur Verfügung zu stellen“, zitierte damals die Neue Züricher Zeitung (NZZ). Von einem Anbau der Reissorte ist nichts bekannt.

Nun also haben die ETH-Wissenschaftler einen Multinährstoff-Reis vorgestellt. Bisher wurden die Pflanzen erst im Gewächshaus angebaut und auf ihren Nährstoffgehalt untersucht. Es sei geplant, ausgewählte Linien unter kontrollierten Bedingungen im Freiland zu testen, schreibt die Hochschule. Dabei soll sich zeigen, „ob die gewünschten und auch die agronomischen Eigenschaften erhalten bleiben und genauso gut funktionieren wie im Gewächshaus.“ Gegenüber der NZZ machte die ETH genauere Angaben. Freigesetzt werde der Reis „voraussichtlich nächstes Jahr“ Es würden aber sicher noch fünf Jahre vergehen, „ehe der Multinährstoff-Reis zur Eindämmung des versteckten Hungers eingesetzt werden kann“.

Maßnahmen gegen Armut und für eine ausgewogene Ernährung würden Mangelkrankheiten schneller beenden, argumentieren Entwicklungsorganisationen immer wieder. Umweltschützer weisen zudem auf die Risiken hin, dass sich das genmanipulierte Erbgut in andere Reissorten und wilde Reispflanzen einkreuzen könnte – mit ungeahnten Folgen. Dirk Zimmermann, Landwirtschafts-Experte von Greenpeace brachte es in Hinblick auf den Golden Rice auf folgenden Nenner: „Besagter Reis ist weiterhin nur ein Forschungsprojekt mit gut geölter PR-Maschinerie.“

Ebenfalls seit Jahren wird als Mittel gegen Vitamin A – Mangel den Medien eine gentechnisch veränderte Banane aufgetischt. Entwickelt haben sie Wissenschaftler der Technischen Universität Queensland in Australien, finanziell unterstützt von der Bill-&-Melinda-Gates Stiftung. Millionen von Leben soll die Golden Banana retten, versprechen deren Befürworter. In Uganda würden erste Tests laufen und 2021 könnten Bauern die Gentech-Banane offiziell anbauen. Doch gegen diese Pläne gibt es Widerstand.
„Genmanipulierte Nutzpflanzen werden als die Lösung der afrikanischen Landwirtschaft gesehen, aber das Gegenteil ist der Fall“, zitiert die Aargauer Zeitung Sabrina Masinjila vom Afrikanischen Zentrum für Biodiversität in Tansania. Die Gentech-Bananen würden eine uniforme, industrielle Art der Landwirtschaft verkörpern und Monokultur fördern, die wiederum die Ausbreitung von Krankheiten und Ungeziefer unterstütze. „Eine breite Auswahl an Nutzpflanzen, darunter Obstsorten und Gemüse, sind die wirklichen Lösungen für die Nahrungsmängel“, sagt die Afrikanerin.

11.08.2017 |

Kanada: Erstmals Gentech-Lachs im Handel

Aquabounty Lachs Fisch AquAdvantage Gentechnisch veränderter Lachs (Foto: ©Aquabounty)

Ein unbekannter Händler hat der Firma Aquabounty 4,5 Tonnen ihres gentechnisch veränderten (gv) AquAdvantage-Lachses abgekauft. In Kanada ist keine Gentechnik-Kennzeichnung vorgeschrieben, so dass nicht bekannt ist, über welche Vertriebswege der gv-Lachs zu den Verbrauchern gelangte. Theoretisch könnte er auch in andere Länder exportiert worden sein.

Der AquAdvantage-Lachs wurde durch den Einbau von Genen anderer Fische so verändert, dass er doppelt so schnell wächst wie ein natürlicher Lachs. Es ist weltweit das erste gv-Tier, das Verbrauchern aufgetischt wird. Die USA hatten den AquAdvantage-Lachs im November 2015 für den Verzehr freigegeben. Allerdings hatte der US-Kongress kurz darauf beschlossen, dass der gv-Lachs erst verkauft werden darf, wenn die Lebensmittelbehörde FDA Vorgaben für die Kennzeichnung erarbeitet hat. Diese fehlen bis heute. In Kanada erfolgte die Freigabe im Mai 2016 und hier verkaufte Aquabounty nach eigenen Angaben die ersten 4,5 Tonnen gv-Lachs zum Preis von 45.000 Euro.

Ursprünglich sollte der gv-Lachs, wie herkömmliche Zuchtlachse auch, in Farmen vor der Küste gemästet werden. Umweltschützer warnten vor den Gefahren für das Ökosystem, sollte ein solcher gv-Lachs entkommen und sich mit wilden Lachsen paaren. Deshalb verbanden die USA ihre Zulassung mit der Vorgabe, dass die Tiere in Becken auf dem Land gehalten werden. Derzeit erzeugt Aquabounty die Eier der gv-Lachse an der kanadischen Westküste und transportiert sie nach Panama, wo die Tiere aufgezogen werden. Doch hat das Unternehmen inzwischen für zwölf Millionen Euro eine Inland-Fischzucht in Albany im US-Staat Indiana gekauft. Von dort soll der US-Markt beliefert werden, sobald die Kennzeichnungsregeln vorliegen. Nachdem das Unternehmen bereits 25 Jahre lang an seinem Gentech-Lachs arbeitet, hofft es darauf, demnächst schwarze Zahlen zu schreiben. Noch ist es weit davon entfernt: Den 45.000 Euro an Verkaufserlösen standen im ersten Halbjahr 2017 3,6 Millionen Euro an Ausgaben gegenüber.

„Der Lachs-Verkauf und die Gespräche mit potentiellen Abnehmern haben uns deutlich gezeigt, dass die Verbraucher unseren Fisch wollen“, sagte Ronald Stotish, der Geschäftsführer von Aquabounty. Allerdings ist in Kanada die Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel nicht vorgeschrieben. Die Verbraucher hatten also gar nicht die Gelegenheit, sich gegen den gv-Lachs zu entscheiden. „Wenn es in Kanada keinerlei Transparenz über den Verkauf der Tiere gibt, wer kann dann sicher sein, dass der Fisch nicht auch in die EU gelangt“, fragt sich Christoph Then von Testbiotech und warnt: „Es droht der Verlust der Kontrolle und der Wahlfreiheit in der EU.“

Diese Gefahr sehen auch die Behörden. Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Freiburg hat deshalb bereits 2014 Untersuchungen auf gv-Lachs in sein Stichprobenprogamm aufgenommen. Vermutlich werden nun weitere Behörden und private Prüflabore folgen. Der mögliche unbemerkte Import von gv-Lachs schafft auch neue Marktchancen für Alternativen: Manche Unternehmen hätten großes Interesse gezeigt, Lachs mit Ohne Gentechnik-Kennzeichnung in Deutschland zu vermarkten, berichtet Alexander Hissting, Geschäftsführer des Verbandes Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG): „Ich gehe davon aus, dass in 2018 entsprechende Ware verfügbar sein wird.“ [lf]

08.08.2017 |

USA: Millionen Mücken gegen die Mückenplage?

Moskito Aedes aegypti Die Ägyptische Tigermücke (Foto: James Gathany, US Department of Health and Human Services / wikipedia, gemeinfrei)

Ein Unternehmen des Google-Konzerns setzt seit Mitte Juli in Kalifornien Millionen von Tigermücken frei. Da die Männchen mit dem Bakterium Wolbachia infiziert wurden, können bei der Paarung mit wilden Weibchen die Larven nicht überleben, erklärt eine Webseite zum Projekt. Man hoffe, die Zahl der Mücken und damit die Übertragung von Krankheiten, etwa des Zika-Virus, auf diesem Weg deutlich zu reduzieren.
Insgesamt 20 Wochen lang will das Unternehmen Verily in Kooperation mit der zuständigen Behörde von Fresno jeweils eine Million Tigermückenmännchen fliegen lassen. Das sei die bisher größte Freisetzung dieser Art in den USA. Jeden Morgen fährt ein Spezialfahrzeug durch die beiden 1,2 Quadratkilometer großen bewohnten Versuchsgebiete in der kalifornischen Stadt und lässt etwa 150.000 Wolbachia-Moskitos fliegen. Sie werden in Spezialgeräten von Verily hergestellt und nach Geschlecht sortiert. Um die Bevölkerung zu beruhigen, verweist die Behörde darauf, dass die Männchen der Aedes ägypti weder stechen noch Krankheiten übertragen.
Im Jahr 2013 waren die ersten wilden Tigermücken im Tal von Fresno aufgetaucht, vermehrten sich rasant und plagten die Bevölkerung. Die wilden Exemplare der Aedes ägypti sind – anders als viele andere Insekten - normalerweise nicht mit dem Bakterium Wolbachia infiziert. Paart sich nun ein infiziertes Tigermückenmännchen mit einem Weibchen ohne das Bakterium, wächst aus den Eiern kein Nachwuchs. Denn Wolbachia-Bakterien leben in den Geschlechtsorganen ihrer Wirte und verändern dort die genetische Information. Daher wird das Vorgehen auch Sterile-Insekten-Technik SIT genannt. So soll sich die Insekten-Population verkleinern und damit seltener das Zika-Virus, Dengue- oder Chikungunya-Fieber übertragen. Das jedenfalls ist der Plan.
Die amerikanische Umweltbehörde EPA hält die Aktion für ungefährlich. Umweltschützer warnen jedoch, die Folgen seien unabsehbar, wenn eine Tierart ausgerottet wird. Das sei ein schwerwiegender Eingriff ins gesamte Ökosystem. So könnte sich anstelle der Tigermücke eine andere Insektenart unkontrolliert vermehren, hieß es in einer Klage gegen ähnliche Versuche der britischen Firma Oxitec auf den Cayman Inseln. Die insektenzüchtenden Firmen erschlössen sich damit eine nie versiegende Einnahmequelle.
Außerdem warfen die Umweltschützer Oxitec vor, die Überlebenschance der ausgesetzten Mücken zu verschweigen. Die liege bei 15-20 Prozent, wenn die Mücken Nahrung fänden, die das Antibiotikum Tetracyclin enthalte, wie etwa Hühnerfleisch. Trotzdem soll nach einem Bericht des Caymannewsservice auch auf den Cayman Inseln diesen Sommer der Einsatz von Tigermücken ausgeweitet werden. Anders als Verily arbeitet Oxitec laut US-Sender npr allerdings mit einer gentechnischen Veränderung bei den Mückenmännchen, die die frisch geschlüpften Mücken innerhalb weniger Tage absterben lässt.
Auch bei weiblichen Tigermücken soll Wolbachia übrigens nach einschlägigen Studien von Vorteil sein: Nach einem Bericht des österreichischen Senders ORF sollen sie das Dengue-Fieber schlechter übertragen, wenn sie mit dem Bakterium infiziert sind. Versuche dazu laufen aktuell vor allem in Asien und Australien. [vef]

04.08.2017 |

Die Monsanto-Akten: Sturm gegen kritische Studie

Elsevier Elsevier verlegt das Fachjournal Food and Chemical Toxicology (Foto: ActuaLitté / flickr, CC BY-SA 2.0)

Seit Monaten verhandelt ein Gericht in Kalifornien eine Sammelklage von Menschen, die ihre Krebserkrankung auf das Herbizid Glyphosat von Monsanto zurückführen. Die Anwälte der Kläger erzwangen, dass Monsanto interne Akten offenlegen musste. Diese offenbaren, wie der Konzern Wissenschaftler bezahlte und Behörden beeinflusste.

Von der Kanzlei Baum Hedlund veröffentlichte Unterlagen zeigen jetzt, wie der Konzern dazu beitrug, dass die Fachzeitschrift Food and Chemical Toxicology (FCT) eine zuvor veröffentlichte Studie mit Glyphosat-kritischem Ergebnis 2013 wieder zurückzog. Für die Studie hatten Professor Gilles-Eric Séralini und sein Team von der Universität Caen Ratten zwei Jahre lang mit gentechnisch verändertem Mais gefüttert und mit leicht glyphosathaltigem Wasser getränkt. Die Tiere entwickelten deutlich häufiger Krebserkrankungen und Leberschäden als die unbelastete Kontrollgruppe. Als die Studie im September 2012 in der Zeitschrift FCT erschien, erhob sich ein Proteststurm gentechnikfreundlicher Wissenschaftler und Organisationen.

Die auf der Webseite der Kanzlei veröffentlichten Mails und Papiere belegen, dass Monsanto diesen Sturm aktiv anfachte. Bereits kurz nachdem die Studie erschienen war, stand der Konzern mit dem Herausgeber in Kontakt. Dieser habe – so geben es Monsanto-Angestellte wieder – darauf hingewiesen, dass er Stellungnahmen von Wissenschaftlern brauche, um gegen die Studie vorgehen zu können. Also bewegte ein Monsanto-Angestellter zahlreiche Wissenschaftler dazu, Protestbriefe an den Herausgeber der Zeitschrift FCT zu schreiben. Diese Briefe sollten die zahlreichen Schwächen und Fehler beleuchten, die die Studie nach Ansicht Monsantos enthielt. Sie dienten dem Journal als Grundlage dafür, die Studie einer erneuten Begutachtung zu unterziehen und sie schließlich Ende 2013 zurückzuziehen. Schon damals vermuteten Gentechnik-Kritiker eine Einflußnahme des Konzerns. Durch die nun veröffentlichten Akten ist sie belegbar.

Neu ist darin, dass Monsanto im Sommer 2012 mit dem Herausgeber von FCT einen Beratervertrag abgeschlossen hatte. Er sollte ein Expertennetzwerk in Südamerika betreuen. Stundensatz 400 US-Dollar, maximale Gesamtsumme 16.000 Dollar. Die Klägeranwälte sehen darin einen klaren Interessenkonflikt, schließlich sorgte der Monsantoberater anschließend als Herausgeber dafür, dass eine Monsanto-kritische Studie aus seiner Zeitschrift wieder verschwand.

Die Séralini-Studie wurde übrigens im Sommer 2014 von einer anderen Fachzeitschrift erneut veröffentlicht. [lf]

27.07.2017 |

In Brasilien darf jetzt Gentech-Zuckerrohr angebaut werden

Zuckerrohr Brasilien: Zuckerrohr soweit das Auge reicht (Foto: Johnmcq)

Die brasilianische Gentechnik-Behörde CTNBio hat eine gentechnisch veränderte (gv) Zuckerrohr-Sorte des brasilianischen Zentrums für Zuckerrohrtechnologie (Centro de Tecnologia Canavieira, CTC) zugelassen. Das meldete die Agentur Reuters. Das gv-Zuckerrohr produziert in Blättern und Stängel ein Gift, das die Larven des Zuckerrohrbohrers abtöten soll, sobald diese sich über die Pflanzen hermachen. Dieses Bt-Toxin findet sich auch häufig in gentechnisch veränderten Mais- und Baumwollpflanzen.

In Brasilien wird auf zehn Millionen Hektar Zuckerrohr angebaut. Der daraus hergestellte Zucker dient als Nahrungsmittel ebenso wie als Basis für die Produktion von Ethanol als Treibstoff. Den Zucker exportiert Brasilien laut Reuters in 150 Länder. CTC habe bereits Importzulassungen für die USA und Kanada beantragt und wolle entsprechende Anträge auch in China, Indien, Japan, Russland, Südkorea und Indonesien stellen. Die EU findet sich nicht auf dieser Liste. CTC wolle die ersten Setzlinge nächstes Jahr auf den Markt bringen und es werde mindestens noch drei Jahre dauern, bis daraus gewonnener Zucker verkauft würde, zitiert Reuters den Geschäftsführer von CTC, Gustavo Leite. Die Zulassung durch CTNBio erfolgte übrigens zügig: Eingereicht hatte CTC der Meldung zufolge die Antragsunterlagen im Dezember 2015.

Der Zuckerrohr-Industrieverband Unica begrüßte die Zulassung und bezifferte die Schäden durch den Zuckerrohrbohrer mit etwa fünf Milliarden Real jährlich, das sind 1,3 Milliarden Euro. In der Unica-Meldung kündigt der CTC-Geschäftsführer an, in den nächsten Jahren ein Portfolio an resistenten Sorten zu entwickeln, die an die jeweiligen regionalen Anbaubedingungen angepasst seien. Zudem wolle er Zuckerrohr auch mit anderen Schädlingsresistenzen und Herbizidtoleranzen ausstatten. Schon seit sieben Jahren arbeitet CTC mit BASF an gv-Zuckerrohr, das mit weniger Wasser auskommt und mit Bayer an Pflanzen mit höherem Zuckergehalt.

In einer Meldung des Verbandes Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) kommentiert Augusto Freire von der brasilianischen ProTerra-Stiftung die Entwicklung. Er rechnet nicht mit einer raschen Verbreitung, da Zuckerrohr in Zyklen von fünf bis sieben Jahren angebaut werde. Zumindest die Zuckerverarbeiter im Nordosten des Landes stünden den Gentechnik-Pflanzen positiv gegenüber, sagte Freire dem VLOG. Eine Auskreuzung auf dem Feld halte er für eher unwahrscheinlich, da das Zuckerrohr aus Ertrags- und Qualitätsgründen üblicherweise vor der Blüte geschnitten werde. [lf]

25.07.2017 |

Monsanto rüstet den Gentech-Mais Smart Stax auf

Western Corn Rootworm Maiswurzelbohrer Käfer Käfer und Larven des Westlichen Maiswurzelbohrers können große Schäden anrichten (Foto: USDA, Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons - commons.wikimedia.org/wiki/File:Western_corn_rootworm.jpg)

Die US-Umweltbehörde EPA hat einen gentechnisch veränderten Mais von Monsanto mit einem neuen Wirkungsmechanismus zugelassen. „Smart Stax Pro“ produziert nicht nur verschiedene für Schädlinge giftige Bt-Toxine wie der bisher angebotene Smart Stax Mais. Die neuen Pflanzen enthalten zusätzlich auch einen Wirkstoff, der die so genannte RNA-Interferenz-Technologie (RNAi) nutzt.

RNA steht für Ribonukleinsäure. Ihre Aufgabe im Erbgut ist es, genetische Informationen zu übertragen, diese Informationen in den Bau von Proteinen zu übersetzen oder die Gene der Erbgut-DNA zu regulieren. Im Smart Stax Pro Mais produziert die gentechnisch veränderte Pflanze eine auf den Maiswurzelbohrer als Schädling abgestimmte RNA. Dieser Botenstoff namens DvSnf7 dsRNA wird von den Larven des Käfers aufgenommen, wenn sie den Mais befallen. Die RNA schaltet gezielt ein Gen des Schädlings aus, das für dessen Wachstum verantwortlich ist, so dass die Larve stirbt.

In der Mitteilung der EPA heißt es, auch die US-Lebensmittelbehörde FDA und das US-Landwirtschaftsministerium hätten Smart Stax pro begutachtet und seien übereinstimmend mit der EPA zu dem Ergebnis gekommen, dass das Produkt sicher für den menschlichen Verzehr sei und die Umwelt nicht schädige. Die EPA begründet dies unter anderem damit, dass die gebildete RNA spezifisch auf das Erbgut des Maiswurzelbohrers ausgerichet sei und deshalb andere Insekten aber auch Menschen nicht schädigen könne. Der Hersteller habe dies durch die Vorlage von Studien nachweisen müssen.

Die Verbraucherorganisation Center for Food Safety bezweifelt die Harmlosigkeit. Sie verwies gegenüber dem Magazin The Atlantic auf eine Studie chinesischer Wissenschaftler von 2011. Diese konnten Reis-RNA im Blut von Säugetieren nachweisen und zeigen, dass diese RNA in der Lage ist, in den Stoffwechsel von Mäusen einzugreifen und den Abbau von LDL-Cholesterin zu verringern. Wie kann angesichts solcher Hinweise sichergestellt werden, dass die von Smart Stax pro prododuzierte RNA nicht doch für andere Tiere und eventuell sogar Menschen gefährlich ist? Das fragte die IG Saatgut bereits 2015 in einer Stellungnahme zu neuen Züchtungstechniken und beklagte, dass in diesem Bereich so gut wie keine unabhängige Risikoforschung stattfinde. [lf]

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