20.02.2020 |

Dicamba: Bayer und BASF müssen 265 Millionen Dollar Strafe zahlen

Sojapflanzen mit Dicamba-Schäden — Soybeans showing the cupped leaves which are a symptom of dicamba injury. (Photo: U of A System Division of Agriculture; http://bit.ly/2isaTx4; https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/) Sojapflanzen mit Dicamba-Schäden — Soybeans showing the cupped leaves which are a symptom of dicamba injury. (Photo: U of A System Division of Agriculture; bit.ly/2isaTx4; https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/)

Das Bezirksgericht in Cape Girardeau im US-Bundesstaat Missouri hat die Chemiekonzerne Bayer und BASF zu Schadenersatz und Strafe in Höhe von 265 Millionen US-Dollar (245 Millionen Euro) verurteilt. Die Jury sah es als erwiesen an, dass das von den beiden Unternehmen vertriebene Herbizid Dicamba eine Pfirsichplantage ruiniert hat. Die Konzerne wollen in Berufung gehen, denn die Klage ist nur die erste einer neuen Prozesswelle.

Geklagt hatte Bill Bader, Besitzer der größten Pfirsich-Farm in Missouri. Er gab an, 30.000 Bäume verloren zu haben, weil Nachbarn Dicamba über ihre Felder mit Monsantos resistenten Pflanzen spritzten und die Abdrift seine Bäume absterben ließ. 20 Millionen US-Dollar Schaden machte Bader geltend. Bayer und BASF argumentierten, ihre Dicamba-Pestizide seien bei korrekter Anwendung sicher und bezweifelten, dass der Wirkstoff die Bäume geschädigt habe. Doch die Jury kam aufgrund der vorgelegten Beweise und Aussagen zu dem Ergebnis, dass die beiden Konzerne bewusst das Risiko in Kauf genommen hatten, dass das leichtflüchtigeDicamba andere Landwirte schädigen könnte, wenn Farmer es auf die damals neuen Dicamba-resistenten Sojabohnen von Monsanto sprühen würden. Die Geschworenen sprachen deshalb Bill Bader 15 Millionen Dollar Schadenersatz zu und verurteilten Bayer und BASF zu weiteren 250 Millionen Dollar Strafe, wobei sie keine Aussagen machten, wie die Summe auf die beiden Konzerne verteilt werden soll.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg meldete, dass mehr als 140 weitere Dicamba-Klagen anhängig seien. Vermutlich dürfte diese Zahl nach diesem ersten Urteil deutlich nach oben schnellen. Dennoch würden sich die Dicambaklagen nicht zu einem so großen Problem für Bayer auswachsen wie die Roundup-Klagen, zitierte Bloomberg einen Frankfurter Analysten. Für diese Einschätzung spricht, dass es nicht um die Gesundheit von Menschen geht, sondern um Ernteschäden und dass sich Bayer die Strafen mit BASF teilt. Problematischer dürfte der Imageschaden sein. Denn die im Prozess offengelegten Unterlagen zeigten deutlich, dass Bayer und BASF Abdriftschäden bei Dicamba bewusst in Kauf nahmen und weiterhin nehmen. Diese Belege werden bei jedem Prozess neu aufgerufen und erneut in den Medien thematisiert. [lf]

17.02.2020 |

Das Beispiel Cibus-Raps: So funktioniert Lobby-Arbeit

Behörden BVL Eingang zum Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Berlin (Quelle: BVL, Gloger)

Ein Politologe hat analysiert, wie das US-Unternehmen Cibus in den Jahren 2011 bis 2015 versuchte, eine Anbaugenehmigung für seinen mit neuer Gentechnik veränderten Raps zu bekommen. Es wandte sich gezielt an nationale Behörden, von denen es Verständnis und Entgegenkommen erwartete. Auch die öffentlichkeitsscheue Arbeitsweise dieser Behörden spielte eine wichtige Rolle. Gefragt war damals auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Der untersuchte Fall: Cibus hatte mit Hilfe eines der ersten neuen gentechnischen Verfahren, der Oligonukleotid-Technik, einen herbizidresistenten Raps hergestellt. In den Jahren 2011 bis 2014 versuchte das Unternehmen, für den Raps eine Anbaugenehmigung in der EU zu bekommen, ohne ein Zulassungsverfahren nach Gentechnikrecht. Dazu umging es gezielt die EU-Ebene und wählte sechs nationale Behörden in Finnland, Spanien, Großbritannien, Schweden, Irland und Deutschland aus. „Zwei Faktoren scheinen die Entscheidungen von Cibus für diese Länder beeinflusst zu haben: hochrangige politische Unterstützung für die Agrobiotechnologie und die hohe Relevanz der Biotechnologiesektoren in diesen Ländern“, schrieb der Politologe Ulrich Hartung in seiner Studie. Wichtig sei auch gewesen, dass diese Behörden ziemlich abgeschottet nach außen arbeiten. Diese institutionelle „Geschlossenheit" habe für Cibus das Risiko vermindert, dass der Vorstoß zur Deregulierung öffentlich werden und eine Debatte auslösen könnte. Im Falle des deutschen Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) kam laut Hartung noch ein wesentlicher Auswahlfaktor hinzu: Die Zentrale Kommission für die Biologische Sicherheit (ZKBS) hatte bereits 2012 ein Gutachten zur Einstufung neuer gentechnischer Verfahren vorgelegt und dabei für deren weitgehende Freigabe plädiert. Der von Cibus beauftragten Agentur sei klar gewesen, dass im Falle einer Anfrage das BVL die ZKBS um eine Stellungnahme bitten und diese positiv ausfallen würde.

Was die von Cibus beauftragte Agentur unterschätzt hatte, war die starke gentechnik-kritische Bewegung in Deutschland. Als bekannt wurde, dass das BVL den Anbau von Cibus-Raps ohne Risikoabschätzung und Überwachung zugelassen hatte, erhob sich ein Proteststurm. Die BVL-Genehmigung wurde vor Gericht angefochten und die EU-Kommission pfiff das BVL und die anderen nationalen Behörden zurück. Sie stellte klar, dass Cibus eine EU-einheitliche Regelung abwarten müsse. Diese Regelung kam dann allerdings nicht durch die Kommission, sondern durch den Europäischen Gerichtshof. Er stellte klar, dass mit neuen gentechnischen Verfahren hergestellte Organismen dem Gentechnikrecht unterliegen. Als Folge davon zog das BVL seine Cibus-Zulassung zurück. Angebaut wird dieser Raps derzeit in den USA und Kanada unter dem Markennamen Falco.

Für Alexander Hissting, Geschäftsführer des Verbandes Lebensmittel Ohne Gentechnik (VLOG), zeigt die Studie exemplarisch zwei Schwächen des EU-Zulassungsrechts bei gentechnischen Verfahren auf: „Unternehmen können sich die nationale Behörde ausssuchen, bei der sie einen Zulassungsantrag einreichen.“ Diese Behörde habe dadurch einen starken Einfluss auf die weitere Bearbeitung des Antrags. „Es ist verständlich, dass sich kein Unternehmen eine Behörde aussucht, die als besonders streng und korrekt bekannt ist“, sagt Hissting. Die zweite Schwäche sei die Abschottung mancher nationalen Behörde gegenüber der Öffentlichkeit. „Genehmigungsverfahren müssen transparent sein, vom Antrag über die eingereichten Studien bis hin zur Begründung einer Entscheidung und zu den möglichen Interessenkonflikten beteiligter Mitarbeiter“, fügt Hissting hinzu. [lf]

14.02.2020 |

Betrugslabor lieferte Industrie-Studien für die Glyphosatzulassung

Maus Mäuse Labor Tierversuch Foto: Mycroyance / flickr, Lizenz: creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0-+-

Ein großes deutsches Labor, das Studien im Auftrag der Chemie- und Pharmaindustrie erstellte, steht unter massivem Betrugsverdacht. Für die Zulassung von Glyphosat hatte dieses Labor insgesamt 24 Studien geliefert. Studien mit großem Gewicht, denn sie erfüllten den international anerkannten Qualitätssicherungsstandard der „Guten Laborpraxis“ (GLP).

Im Oktober 2019 berichtete das ARD-Nachrichtenmagazin Fakt über Betrugsvorwürfe gegen ein großes deutsches Tierversuchslabor, das Laboratory of Pharmacology and Toxicology (LPT) in Hamburg. Nach der Sendung meldeten sich ehemalige Mitarbeiter, die die Vorwürfe bestätigten. Nach ihren Aussagen hat das Labor seit 2005 mehrfach Studien für Zulassungsverfahren gefälscht, indem Tiere ausgetauscht oder Daten abgeändert wurden. Das Pestizid Aktionsnetzwerk PAN, Global 2000 und Corporate Europe Observatory veröffentlichten in dieser Woche Recherche-Ergebnisse, wonach mindestens jede siebte der im Zulassungsverfahren für das Herbizid Glyphosat von den Antragstellern vorgelegten Studien von LPT erstellt worden war.

Es stelle sich „ die grundsätzliche Frage, ob den Risikobewertungen für Arzneimittel, Pestizide und Chemikalien, die auf LPT-Studien basieren, vertraut werden kann“, schrieben die drei Organisationen zu ihrer Recherche. Noch bedenklicher sei, dass Laboratorien „trotz des vermeintlich fälschungssicheren GLP-Standards offenbar in der Lage sind, über Jahre und Jahrzehnte Studien zu fälschen, ohne dass es von den Kontrollbehörden bemerkt wird“. Dies sei besonders problematisch, weil GLP-Studien von den Behörden automatisch als zuverlässig eingestuft würden, während Nicht-GLP-Studien aus der universitären Forschung als unzuverlässig disqualifziert würden. Als Beleg dafür führten die drei Organisationen die Glyphosat-Zulassung an: Von den 46 vorgelegten GLP-Studien der Industrie habe nur eine eine erbgutschädigende Wirkung ergeben. Bei den unabhängigen Studien ohne GLP-Standard hätten drei Viertel eine DNA-Schädigung gezeigt. Für den an der Recherche beteiligten Toxikologen Peter Clausing ist deshalb klar: „Die Tests müssen von unabhängigen Labors unter öffentlicher Kontrolle durchgeführt werden, während die Finanzierung der Studien von der Industrie getragen werden sollte.“

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bestätigte, dass 24 Studien von LPT in die Bewertung von Glyphosat eingeflossen seien. Drei von ihnen hätten sich mit Erbgutveränderungen befasst und seien zu dem Ergebnis gekommen, dass es keine Hinweise auf Mutagenität gebe. Das BfR sieht allerdings wegen der vielen anderen vorliegenden Studien keinen Anlass, „die Gesamtbewertung zu Glyphosat in Frage zu stellen“. Zum GLP schrieb die Behörde: „Nicht-Konformitäten und Fälschungen können grundsätzlich nicht völlig ausgeschlossen werden. Durch die Regelungen zur Einhaltung der GLP wären sie aber nur mit hohem Aufwand und krimineller Energie möglich“. Für die Kontrolle und das Aufklären von Vorwürfen seien die jeweiligen Überwachungsbehörden der Bundesländer zuständig.

Der grüne Bundestagsabgeordnete Harald Ebner hält die Stellungnahme des BfR für unzureichend, weil sie wesentliche Fragen nicht beantworte: „Was hat die Behörde seit Bekanntwerden der Betrugsvorwürfe unternommen, um Zulassungen zu überprüfen, in die zweifelhafte LPT-Studien eingeflossen sind“, will Ebner wissen. Und auch, welche Konsequenzen „aus diesem katastrophalen Kontrollversagen“ gezogen würden? [lf]

11.02.2020 |

US-Behörde will genom-editierte Tiere streng regulieren

Rinder Viel Vieh auf wenig Raum (Foto: bit.ly/RTpeat, bit.ly/2CCBYNCND20)

Die US-Lebensmittelbehörde FDA will genom-editierte Tiere und deren Produkte vor der Vermarktung einer ausführlichen Risikobewertung unterziehen. Sie untermauert ihre Forderung mit einer eigenen Studie über unerwartete Nebenffekte bei genom-editierten Rindern. Gleichzeitig versucht die Behörde, die Diskussion auf Tiere zu begrenzen und gentechnisch veränderte Pflanzen außen vor zu lassen.

In ihrer Stellungnahme betont die FDA zuerst die „bahnbrechenden“ Möglichkeiten, die durch die neuen gentechnischen Verfahren in der Tierzucht eröffnet würden. Gleichzeitig sei es jedoch auch „von größter Bedeutung“, auf dem Weg nach vorn die Sicherheitsstandards aufrechterhalten. „Wir wollen sicherstellen, dass die bei Tieren vorgenommenen gentechnischen Veränderungen für das Tier sicher sind, für Menschen sicher sind, die tierische Lebensmittel essen, und dass die Veränderung das bewirkt, was sie bewirken soll“, definiert die FDA ihren Auftrag. Sie wolle diesen Bereich „in einer Weise überwachen, die Innovation fördert, das Vertrauen der Verbraucher stärkt und die öffentliche Gesundheit schützt.“
Ihr Statement für eine strikte Risikoabschätzung begründet die FDA mit einer eigenen Studie. Ihre Experten fanden im Erbgut von Bullen, die mit Hilfe der Gen-Schere TALEN künftig Hornlosigkeit vererben sollten, Genmaterial von gentechnisch veränderten Bakterien. Diese wurden im Prozess der Genveränderung bei den Rindern als Hilfsmittel eingesetzt. Die FDA-Experten gehen davon aus, dass derartige unerwünschte Veränderungen im Erbgut häufiger passieren und bisher übersehen wurden.

Die Studie wurde als Vorabdruck bereits letzten Sommer bekannt; nun erschien sie offiziell im Fachmagazin Nature Biotechnology. In einem Kommentar ging der oberste Tiermediziner der FDA darauf ein, dass dieser Eingriff ins Erbgut der Bullen von einigen Politikern und Wissenschaftlern als Nachbau einer natürlichen Mutation gesehen wurde, die kein regulatorisches Problem darstelle. „Die Analyse zeigt, dass die Genombearbeitung bei Tieren unbeabsichtigte Folgen haben kann und dass die Regulierungsbehörden auf die Möglichkeit solcher Folgen achten müssen“, zitierte GMWatch aus dem Kommentar des FDA-Experten. Dieser habe auch betont, dass sich das FDA-Statement nur auf gentechnische Veränderungen in Tieren beziehe, nicht auf Pflanzen oder andere Organismen.

In Wirklichkeit seien unbeabsichtigte Auswirkungen bei gen-editierten Pflanzen mindestens ebenso wahrscheinlich wie bei Tieren und könnten zudem die Öffentlichkeit gefährden, hielt GMWatch dem entgegen. Denn Pflanzen könnten durch unbeabsichtigte Effekte der Gentechnik leicht toxisch oder allergieauslösend werden. Doch womöglich wollte der Veterinär sein Vorhaben einer strengeren Regulierung bei Tieren nicht dadurch gefährden, dass er sich mit der Gentechnik-Lobby anlege, vermutet GMWatch und verwies auf das Editorial von Nature Biotechnology. Darin forderte die Zeitschrift das FDA auf, seine kritische Haltung zu korrigieren. Sie widerspreche mit ihrem am Vorsorgeprinzip orientierten Vorgehen der bisherigen Genehmigungspolitk des US-Landwirtschaftsministeriums. [lf]

07.02.2020 |

EU-Kommission hört bevorzugt Industrielobbyisten an

Lobby Lobbyismus Gentechnik Lobbyismus (Foto: Gerd Altmann / AllSilhouettes.com / pixelio)

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides soll bis April 2021 eine Untersuchung über neue gentechnische Verfahren und deren Regulierung vorlegen. In einem ersten Schritt hat sie Interessenvertreter eingeladen, mit ihr über das Design dieser Studie zu reden. Die meisten von ihnen kommen aus der Industrie, bemängeln die Lobby-Kontrolleure von Corporate Europe Observatory.

Für den 10. Februar hat die Generaldiretion Gesundheit Verbände zu einer Anhörung eingeladen, die ein Interesse an neuen gentechnischen Verfahren haben oder von dem Thema betroffen sind. Besprochen werden soll an diesem Termin ein Fragebogen, mit dessen Hilfe dann bis Ende April die Positionen der einzelnen Organisationen erfasst werden sollen. Da Inhalt und Art der Fragestellung das Ergebnis wesentlich beeinflussen können, kommt diesem Vorbereitungstermin wesentliche Bedeutung bei.

Corporate Europe Observatory (CEO) hat die von der Generaldirektion veröffentlichte Liste der geladenen Organisationen analysiert: „Von 94 geladenen Verbänden vertreten über 70 Prozent die Interessen der industriellen Land- und Lebensmittelwirtschaft“, schreibt CEO-Expertin Nina Holland auf Euractiv. Dagegen seien nur 11 Organisationen eingeladen worden, die Interessen der Zivilgesellschaft wie Umwelt- und Verbraucherschutz vertreten. Das sind weniger als 12 Prozent. Detailliert listet Holland in ihrem Artikel auf, dass die Interessen der großen Gentechnikkonzerne von sechs Industrievereinigungen vertreten würden, in denen sie Mitglied seien. Einzelne Konzerne wären zudem in weiteren Lobbyverbänden aktiv. Eingeladen habe die Generaldirektion auch zahlreiche Organisationen, die einzelne Sparten der Land- und Lebensmittelwirtschaft vertreten, von den Fischverarbeitern bis zu den Landmaschinenherstellern. Dagegen seien biologische Landwirtschaft und Kleinbauern nur mit drei Organisationen vertreten. „Und das, obwohl die neue Kommission öffentlich erklärt hat, dass sie die ökologische Landwirtschaft fördern würde“, merkt Holland an. „Eine derart voreingenommene Konstellation gibt Anlass zu der Sorge, dass die Studie so angelegt wird, dass sie zu einem vorher festgelegten Ergebnis führt“, lautet das Fazit der Lobby-Expertin.

Nina Holland ermahnt die Kommission, „der in Brüssel leider alltäglichen Vereinnahmung von Entscheidungen durch Unternehmen“ endlich ein Ende zu setzen. Ansonsten hätten die ehrgeizigen Pläne der neuen Kommission wie der europäische Green Deal und die Landwirtschaftsstrategie Farm to Fork keine Chance erfolgreich zu sein. Statt weiter auf die Lobbyisten zu hören sollte sich die Kommission mit unabhängigen Experten beraten. Diese hätten seit der Vorlage des „bahnbrechenden“ Weltagrarberichts 2008 „fundierte Vorschläge für den dringend erforderlichen Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft veröffentlicht.“ [lf]

04.02.2020 |

Dicamba: US-Landwirte wollen Schadenersatz von Bayer und BASF

Sojapflanzen mit Dicamba-Schäden — Soybeans showing the cupped leaves which are a symptom of dicamba injury. (Photo: U of A System Division of Agriculture; http://bit.ly/2isaTx4; https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/) Sojapflanzen mit Dicamba-Schäden — Soybeans showing the cupped leaves which are a symptom of dicamba injury. (Photo: U of A System Division of Agriculture; bit.ly/2isaTx4; https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/)

Die Bayer-Tochter Monsanto bietet Gentech-Soja und Baumwolle an, die gegen das Uralt-Herbizid Dicamba resistent gemacht wurden. Doch die von Monsanto und BASF passend dazu vertriebenen Dicamba-Pestizid sind leicht flüchtig und schädigen Nachbarfelder ohne Dicamba-resistente Pflanzen. Das hätten die Konzerne billigend in Kauf genommen, argumentierten geschädigte Landwirte und reichten Klage ein. Die erste wird jetzt in Missouri verhandelt.

Bill Bader besitzt die größte Pfirsich-Farm im US-Bundesstaat Missouri. Er verlor 30.000 Bäume, weil Nachbarn Dicamba über ihre Felder mit Monsantos resistenten Pflanzen spritzten und die Abdrift seine Bäume absterben ließ. 20 Millionen US-Dollar Schaden macht Bader geltend. Den Schaden will er nicht von den Nachbarn ersetzt haben, sondern von den Dicamba-Herstellern Monsanto und BASF. Denn diese hätten ganz bewusst das Risiko in Kauf genommen, andere Landwirte zu schädigen, argumentierten Baders Anwälte in der Verhandlung, die letzte Woche vor dem Bezirksgericht in Cape Girardeau, Missouri begann. Sie legten interne Dokumente vor, die dies belegen. Vor Gericht sagte der zuständige Mitarbeiter von Bayer Crop Science: „Wir nahmen an, dass es passieren würde“ und legte Tabellen vor, in denen die zukünftigen Verkaufszahlen und die damit einhergehenden Beschwerden betroffener Landwirte abgeschätzt wurden. Dies berichtete Jonathan Hettinger vom Midwest Center for Investigative Reporting, der den bis Mitte Februar angesetzten Prozess begleitet. Da laut der Organisation U.S. Right to Know über 100 andere Farmer in mehreren US-Bundesstaaten Klagen mit der gleichen Argumentation eingereicht haben, kommt dem Urteil eine grundlegende Bedeutung zu.

Monsanto hatte 2015 Dicamba-resitente Baumwolle und ein Jahr später resistente Sojabohnen auf den Markt gebracht. Zu dieser Zeit jedoch war der Einsatz von Dicamba für diese Pflanzen noch gar nicht erlaubt – auch wegen der bekannten Flüchtigkeit. Monsanto und BASF arbeiteten parallel an neuen Pestizidformulierungen, die weniger flüchtig sein sollten. Diese wurden erst 2017 von den Behörden zugelassen und ab 2017 auch vermarktet. Der Einsatz alter Dicamba-Pestizide in den Jahren 2015 und 2016 waren also illegal – und sei von Monsanto billigend in Kauf genommen worden, argumentierte der Kläger.

Vor allem aber belegen die vorgelegten Unterlagen und die Aussagen des Bayer-Mitarbeiters, dass Monsanto davon ausging, dass es auch mit dem eigenen neuen Pestizid Abdrift und Beschwerden geben werde. Zur Sprache kam vor Gericht auch, dass Monsanto eine genauere Untersuchung der Flüchtigkeit des neuen Pestizids absichtlich boykottiert hatte – mit der Bergründung, es sei noch nicht genug davon produziert worden. Ein BASF-Mitarbeiter bestätigte, dass die Anwender des BASF-Pestizids eigens darauf hingewiesen worden seien, dass es zu Abdrift kommen könne. Tatsächlich ist dies auch der Fall. Der zunehmende Einsatz von Dicamba schädigt immer noch tausende Landwirte. Allein der US-Staat Arkansas meldete für 2018 und 2019 je 200 festgestellte Schäden – obwohl der Staat die Anwendung des Pestizids eingeschränkt hatte. Monsanto-Mitarbeiter hingegen bestanden vor Gericht darauf, dass es keine Abdrift gebe, wenn die Landwirte geschult worden seien und die Gebrauchsanweisung einhalten würden. Monsantos Anwalt bezweifelte zudem, dass Dicamba die Schäden an den Pfirsichbäumen der Bader Farm verursacht habe. [lf]

30.01.2020 |

Neue Studie: Stillgelegte Gene produzieren weiter Eiweiße

Genomforschung Labor DNA Genomforschung (Foto: Lawrence Berkeley Nat"l Lab - Roy Kaltschmidt, genomic research, bit.ly/1S5aZiO, creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/)

Gene, die durch die Genschere Crispr/Cas ausgeschaltet wurden, können dennoch weiter ihre Arbeit erledigen. Das ergab eine Studie Heidelberger Wissenschaftler. Ihre Entdeckung zeigt, wie wichtig es ist, gen-editierte Pflanzen einer rigorosen Sicherheitsüberprüfung zu unterziehen.

Die Genschere Crispr/Cas wird häufig benutzt, um einzelne Gene stillzulegen und damit auch die Produktion bestimmter Eiweiße, die diese Gene steuern. Ein Beispiel dafür sind nicht-bräunende Zuchtpilze, die in den USA bereits ohne Überprüfung zugelassen wurden. Bei ihnen wurden im Erbgut der Pilze an mehreren Stellen Genfunktionen blockiert, die natürlicherweise eine Bräunung der Schnittstellen bewirken. Die Pilze erscheinen dadurch länger frisch.

Die Wissenschaftler des European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg wollten herausfinden, ob die von der Gen-Schere bewirkten Eingriffe tatsächlich den gewünschten Stilllegungseffekt haben. Dazu untersuchten sie nachgewiesene Erbgutveränderungen in 136 Genen einer menschlichen Zelllinie. Ein Drittel von ihnen steuerte nach wie vor die Produktion von Eiweißen, manche auf einem niedrigeren Niveau, andere in der gleichen Größenordnung wie vor dem Abschalten. Zudem zeigten sich unbeabsichtigte Veränderungen bei vielen der Proteine, die trotzdem ihre Funktion behielten. Die Wissenschaftler folgerten daraus, dass die verbliebene Eiweißproduktion stillgelegter Gene systematisch untersucht werden müsse. Insgesamt bedeute ihre Entdeckung „eine wichtige potenzielle Einschränkung der CRISPR-Technologie für die biologische Forschung sowie für therapeutische Anwendungen“, lautete das Fazit ihrer Studie.

Im Internetdienst GMWatch betonte der britische Molekularbiologe Michael Antoniou, dass die häufigsten Ergebnisse der Heidelberger Forscher Verkürzungen der ursprünglichen Proteine zeigten, bei denen zentrale Teile ihrer Struktur wegfielen. „Diese mutierten Proteine könnten nicht nur teilweise die Funktion des Proteins in voller Länge beibehalten, wie in der Studie berichtet wurde, sondern auch eine neue Funktion erhalten, mit unbekannten Konsequenzen“, warnte Antoniou.In Pflanzen könnte dies „zur Produktion neuartiger Toxine oder Allergene führen“. Oder das veränderte Protein selbst könnte toxische oder allergene Eigenschaften haben. Um dies auszuschließen, müssten die Gentechniker ein gründliches molekulares Profil ihrer bearbeiteten Pflanze erstellen. Sollten sich dabei, wie zu vermuten sei, Änderungen gegenüber der unveränderten Mutterpflanze zeigen, mache dies „eine umfassende Toxizitäts- und Allergenitätsbewertung erforderlich“, die auch langfristige Tierfütterungsstudien einschließen müsse. (lf]

27.01.2020 |

Bayer: Die Vergleichsverhandlungen gehen in die letzte Runde

Justiz Gericht Gesetz Schild am Eingang eines Gerichts in Newcastle (Foto: smlp.co.uk / flickr, creativecommons.org/licenses/by/2.0)-+-

Die Anwälte der Glyphosat-Kläger in den USA und der Bayer-Konzern steuern auf einen Vergleich in den nächsten Wochen zu. Genannt werden derzeit Summen von acht bis zehn Milliarden US-Dollar. Doch es könnte noch teurer werden, alle wichtigen Anwaltskanzleien ins Boot zu holen.

Der New Yorker Anwalt Ken Feinberg, der die Verhandlungen moderiert, sagte der Agentur Bloomberg, dass ein Vergleich innerhalb eines Monats erreicht werden könnte. Während Feinberg selbst keine Zahlen nannte, zitierte Bloomberg Quellen „mit direkter Kenntnis der Verhandlungen“. Sie sprachen von einer Summe von zehn Milliarden US-Dollar, das wären neun Milliarden Euro. Von dieser Summe sollen acht Milliarden Dollar die anstehenden Klagen beilegen und zwei Milliarden Dollar für zukünftige Klagen reserviert werden. Feinberg sprach gegenüber Bloomberg von bis zu 85.000 Roundup-Klagen in den USA. Bayer wies dies als Spekulation zurück und betonte, dass die Zahl der zugestellten Klagen „deutlich unter 50.000“ liege. Im Oktober 2019 hatte der Konzern von 42.700 Klagen gesprochen.

Doch noch haben nicht alle Anwaltskanzleien sich mit Bayer geeinigt. Wie die Organisation US Right To Know berichtete, hatte sich die Kanzlei Miller bei den Verhandlungen bisher stark zurückgehalten, während andere Anwälte bereits einen Vertrag mit dem deutschen Konzern unterzeichnet hätten. US Right To Know zitierte Feinberg mit den Worten, Miller suche „eine seiner Meinung nach angemessene Entschädigung“ und dass es unklar sei, ob es ohne Miller zu einer globalen Einigung kommen könne.

Um die weiteren Vergleichsverhandlungen nicht zu belasten, wurde vergangenen Freitag kurzfristig die Eröffnung des nächsten Verfahrens abgesagt. Der Fall Wade vs. Monsanto wäre die erste Klage gewesen, die vom Bezirksgericht von St. Louis, wo Monsanto seinen Hauptsitz hat, verhandelt worden wäre. Die Jury war bereits bestellt und Monsanto hatte erfolglos versucht, die Übertragung des Prozesses durch lokale Fernseh- und Radiosender zu verhindern. Die Kanzlei Miller ist in dem Verfahren auf Seiten der Kläger engagiert. Die Einwilligung in die Verschiebung wird als Zeichen gedeutet, dass auch Miller bereit sein könnte, einen Vergleich abzuschließen. Dem Handelsblatt sagte Kanzleichef Michael Miller: „Die Miller-Kanzlei wird einem Vergleich zustimmen, wenn Bayer ein faires Vergleichsangebot macht.“ Eine Messlatte dafür nannte Miller auch: „Erinnern Sie sich daran, dass Bayer vor dem Johnson-Prozess unser Angebot, uns bei sechs Millionen zu einigen, abgelehnt hat.“ Stattdessen sei der Konzern zu 86 Millionen US-Dollar verurteilt worden und habe erheblich an Börsenwert verloren. Die Klage des Hausmeisters Dewayne Johnson war der erste von drei Prozessen, die Bayer in erster Instanz verloren hat.

Die Vergleichsverhandlungen gehen also in die womöglich letzte Runde und die meisten anstehenden Gerichtstermine wurden deshalb in den letzten Monaten verschoben. Doch nicht alle: Am Bezirksgericht von Contra Costa in Nord Kalifornien läuft seit letzter Woche die Verhandlung im Fall Caballero gegen. Monsanto. Auch hier wird die Klägerin von der Kanzlei Miller vertreten. Ende Februar steht dann in San Francisco der Fall Stevick gegen Monsanto an. In den darauf folgenden Monaten sollen mehrere Verhandlungen in St. Louis beginnen. [lf]

23.01.2020 |

Gene Drives: Europaparlament fordert weltweites Moratorium

Parlament Foto: © European Union 2016 - European Parliament, bit.ly/1OkVLvo, creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0)

Das Europäische Parlament hat ein globales Moratorium für die Freisetzung von Gene Drives gefordert. Durchsetzen müssen es allerdings die EU-Mitgliedsstaaten und die EU-Kommission. Der Termin dafür ist das nächste Treffen zur UN-Biodiversitätskonvention (CBD) im Oktober 2020 in China.

Mit Gene Drives lassen sich Gen-Scheren wie CRISPR/Cas im Erbgut eines Tieres oder einer Pflanze verankern. Dadurch wiederholt sich die gentechnische Veränderung in der nächsten Generation automatisch und kann sich binnen kurzer Zeit in ganzen Populationen ausbreiten. Mehrere Forschungsprojekte befassen sich damit, Mücken, die Krankheiten wie Malaria übertragen, oder landwirtschaftliche Schädlinge mit Hilfe von Gene Drives auszurotten. Eine erste Freisetzung derart manipulierter Mücken ist in Westafrika geplant.

Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments haben nun Mitgliedsstaaten und Kommission aufgefordert, sich für ein weltweites Moratorium für Freisetzungen von Gene Drives einzusetzen, „damit diese neuen Technologien nicht verfrüht freigesetzt werden“. Ein solches Moratorium wahre das Vorsorgeprinzip, „das im Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union und im Übereinkommen über die biologische Vielfalt verankert ist“, heißt es in dem Beschluss. Die Vertragsstaaten des Übereinkommens über die biologische Vielfalt, auch UN-Biodiversitätskonvention genannt, treffen sich im Oktober in China zu ihrer nächsten Konferenz, der COP 15.

„Jetzt müssen wir Druck machen, dass die EU-Mitgliedsländer und die EU-Kommission das Gene Drive Moratorium auch beim Treffen der Vereinten Nationen im Herbst auf die internationale Bühne heben“, sagte der grüne Europaabgeordnete Martin Häusling. Seine Fraktion hatte das Moratorium in die Beratungen eingebracht und dafür ein Mehrheit gefunden. Unterstützt worden war sie dabei von einem Netzwerk von 50 europäischen Organisationen, die mit einem Schreiben an alle Abgeordneten für das Moratorium warben.

Eine der Organisationen, Save our Seeds, will nun die die Bundesregierung mit einer Kampagne dazu zu verpflichten, für ein Freisetzungsverbot von Gene Drives einzusetzen. In einer Petition fordert Save our Seeds die Regierung auf, „im Rahmen ihrer EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020 ein europaweites Freisetzungsverbot für Gene Drive Organismen herbeizuführen“. Zudem soll sie „ihre Rolle als Verhandlungsführerin der EU bei der nächsten Vertragsstaatenkonferenz der UN Biodiversitätskonvention im Oktober 2020 dafür nutzen, erste Freisetzungen von Gene Drive Organismen in die Natur zu verhindern“. Der nächste Termin, bei dem die Bundesregierung Flagge zeigen kann, wird um Ostern herum stattfinden. Dann treffen sich die Mitgliedsstaaaten der EU, um ihre Verhandlungsposition für ein Vorbereitungstreffen zur COP 15 Mitte Mai in Montreal festzulegen.

Schon vor zwei Jahren, auf der COP 14, hatte ein breites Bündnis an Organisationen versucht, ein Moratorium in den Regeln der Konvention zu verankern. Damals scheiterten sie an der pro Gene Drive Lobby, die unter anderem von der Bill and Melinda Gates Foundation unterstützt wurde – ebenso wie das Projekt Target Malaria, das Gene Drive Moskitos in Westafrika freisetzen will. Es wurden lediglich einige Regeln für den Umgang mit Gene Drives in die Konvention aufgenommen, die sehr viel Platz für Interpretationen lassen. [lf]

20.01.2020 |

Warum das Vorsorgeprinzip im Bundestag keine Mehrheit fand

Sitzung des Deutschen Bundestages (Foto: Deutscher Bundestag/Thomas Trutschel/photothek.net) Sitzung des Deutschen Bundestages (Foto: Deutscher Bundestag/Thomas Trutschel/photothek.net)

Der Bundestag will nicht, dass die Regierung das Vorsorgeprinzip im Gentechnikrecht auf EU-Ebene stärkt. Einen entsprechenden Antrag von Bündis 90/Die Grünen lehnten die Regierungsfraktionen vergangenen Freitag ab. Aus Prinzip.

Nach dem Willen der Grünen sollte der Bundestag die Regierung auffordern, „sich auf EU-Ebene für die Stärkung des Vorsorgeprinzips einzusetzen, indem sie konsequent dafür eintritt, dass auch neue gentechnische Methoden wie beispielsweise CRISPR/Cas, TALEN, ODM oder Zinkfinger-Nukleasen unter dem Rechtsrahmen der Freisetzungsrichtlinie verbleiben“. Zudem sollte die Regierung „Änderungen der Richtlinie, die die Wahlfreiheit und das Vorsorgeprinzip gefährden“ nicht zustimmen und diese auch nicht unterstützen. Statt dessen sollte sie sich „für eine Weiterentwicklung und Implementierung von Nachweisverfahren neuer Gentechniken“ einsetzen und gemeinsam mit den Bundesländern den Vollzug der Freisetzungsrichtlinie gewährleisten.

Das alles lehnte die SPD ab, obwohl sie diese Forderungen inhaltlich teilt und im Koalitionsvertrag festgeschrieben hat, dass die europäischen Regelungen zur Gentechnik „das Vorsorgeprinzip und die Wahlfreiheit gewährleisten“ müssen. Doch die Regierungskoalition blockiert sich in Sachen Gentechnik selbst – wie schon in der vergangenen Legislaturperiode. Anstatt sich für das Vorsorgeprinzip einzusetzen, macht sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner für neue gentechnische Verfahren und deren Deregulierung stark, zuletzt bei der Präsentation der nationalen Bioökonomiestrategie. Im EU-Ministerrat kann sie diese Position allerdings nicht offensiv vertreten, sondern muss sich bei den Abstimmungen über eine Deregulierung des EU-Gentechnikrechts enthalten – aus Rücksicht auf den Regierungspartner. Dafür muss die SPD im Bundestag gegen Grünen-Anträge stimmen, die nichts anderes fordern, als im Koalitionsvertrag steht.

Groß diskutiert wurde im Bundestag am vergangenen Freitag nicht über den Antrag. Im Vordergrund stand die allgemeine Debatte über den Agrarbericht der Bundesregierung und die Bauernproteste. Zum Thema Vorsorgeprinzip sagte der SPD-Abgeordnete Matthias Miersch lediglich, es gebe „in der SPD-Bundestagsfraktion und in der Regierungskoalition keinen, der das Vorsorgeprinzip aufheben will.“ Darauf könnten sich alle verlassen. In der darauf folgenden namentlichen Abstimmung gab es in den Regierungsfraktionen keine einzige Stimme für den Grünen-Antrag und auch keine Enthaltungen. Abgelehnt hatte der Agrarausschuss des Bundestages zuvor schon einen Antrag der FDP-Fraktion, mit dem diese die Bundesregierung auffordern wollte, „auf europäischer Ebene für eine grundsätzliche Überarbeitung des EU-Gentechnikrechts einzutreten“. [lf]

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