11.10.2012 |

Qualitätsabzeichen nur noch für gentechnikfreie Produkte

Ohne Gentechnik Siegel Ohne Gentechnik Siegel

Das Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) Baden-Württembergs hat angekündigt, dass das renommierte Qualitätsabzeichen des Bundeslandes ab dem Jahr 2015 nur noch für gentechnikfreie Produkte vergeben wird. Bis dahin müssen Erzeuger ihre Produktion umstellen und sich um das offizielle Siegel „Ohne Gentechnik“ bemühen, das hohe Standards verlangt. Nach Angaben des Verbandes Lebensmittel Ohne Gentechnik (VLOG) wären davon durchaus beachtenswerte Mengen betroffen. Vergangenes Jahr erhielten 206 Millionen Kilo Milchprodukte, 193 Millionen Eier und 41.400 Tonnen Fleisch das baden-württembergische Qualitätsabzeichen.

Das Siegel „Ohne Gentechnik“ hilft Verbrauchern, sich beim Einkauf zu orientieren. Denn auf den Verpackungen tierischer Produkte wie Milch, Käse, Eiern und Fleisch muss nach gegenwärtiger Gesetzeslage in Deutschland nicht angegeben werden, ob gentechnisch veränderte Futtermittel eingesetzt wurden. Verwendet ein Betrieb aber das Abzeichen, muss er Gentechnik-Futter nachweislich ausgeschlossen haben. Auch Bio-Produkte dürfen keine Gentechnik enthalten.

10.09.2012 |

Frust in Gatersleben - Gentechlobby unter sich

Es herrschte eher Festungsstimmung als Feststimmung unter den Gentechnikbefürwortern auf der diesjährigen InnoPlanta-Tagung im Gaterslebener Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung. Nicht nur die Abschottung des Tagungsgeländes durch rund 150 Polizisten und das Trillerpfeifenkonzert der Gentechik­gegner vermittelten ein Gefühl des Belagerungszustandes.

15.08.2012 |

Mecklenburg: Aktivisten bleiben straffrei

Feldbefreiung Amflora Festnahmen bei einer Aktion gegen die Gentech-Kartoffel (Foto: gendreck-weg)

Zwei Aktivisten, die vor drei Jahren einen Feldversuch mit Gentechnik-Kartoffeln des Konzerns BASF manipulierten, müssen keine strafrechtlichen Konsequenzen mehr fürchten. Laut eines Agenturberichts hat die Staatsanwaltschaft ihre Einwände gegen einen früheren Freispruch zurückgezogen.

Die beiden Gentechnik-Gegner hatten im Frühjahr 2009 auf einem Experimentierfeld bei Bütow im heutigen Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, auf dem die gentechnisch veränderte Kartoffel „Amflora“ wuchs, Bio-Kartoffeln ausgebracht. Dafür wurden sie vom Amtsgericht Waren wegen Nötigung zu einer Strafe von 300 bzw. 200 Euro verurteilt. Nach ihrer Berufung kassierte das Landgericht Neubrandenburg das Urteil allerdings, weil "keine Beeinträchtigung des bestimmungsgemäßen Gebrauchs des Ackers" vorgelegen habe.

Gegen diese Entscheidung erhob anschließend die Staatsanwaltschaft Einspruch, den sie nun aber zurückgezogen hat. Damit endet für die Gentechnik-Gegner zumindest das strafrechtliche Nachspiel ihrer Aktion. BASF könnte noch auf Schadensersatz pochen. Der Konzern hat seine Gentechniksparte Anfang des Jahres in die USA verlegt, da „in weiten Teilen Europas immer noch die entsprechende Akzeptanz bei der Mehrheit der Verbraucher, Landwirte und Politiker“ fehle.

19.07.2012 |

Ostsee-Landkreis schließt Gentechnikanbau nicht aus

Ostsee Meer Küste Landwirtschaft Raps Ein Landkreis an der Ostsee will Gentechnik auf seinen Flächen nicht ausschließen (Foto: Petra Bork / pixelio)

Der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen bleibt auf Flächen des Landkreises Vorpommern-Rügen weiterhin möglich. Dies entschied der Umweltausschuss des Kreistages mit den Stimmen der schwarz-roten Mehrheit. Ein entsprechender Antrag der Fraktion der Grünen wurde abgelehnt.

Die grünen Abgeordneten hatten gefordert, den Anbau von Gentechnikpflanzen auf kreiseigenen Flächen zu untersagen. In einigen Regionen und Kommunen Deutschlands gibt es bereits solche Regelungen. Außerdem sollte das Verbot nach dem Willen der Grünen auch für die übrigen Äcker der Pächter von Kreisflächen gelten. Landwirte, die öffentliches Land bewirtschaften, hätten also komplett auf den Gentechnikanbau verzichten müssen. Der Umweltausschuss blockierte nun diese Vorschläge.

Vertreter der Grünen sprachen nach der Entscheidung von einer vergebenen Chance, die ökologischen Standortvorteile der Ostseeregion zu stärken. Der Rügener Kommunalpolitiker Uwe Driest gab zu bedenken, dass viele Urlauber, die an die Küste und auf die Inseln kämen, den Einsatz von Agrogentechnik ablehnten. Die Nachfrage nach biologischen Produkten sei hingegen sehr hoch, weswegen die Rügener Gastronomie auf Importe zurückgreifen müssten. In Mecklenburg-Vorpommern würden nicht genügend Bio-Lebensmittel erzeugt, so Driest.

Der Einsatz von Gentechnik würde diese Situation wegen der mit hohen Kosten verbundenen Kontrolle auf gentechnische Verunreinigungen wohl noch verschärfen. Zwar lehnt die Landesregierung von CDU und SPD den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen laut Koalitionsvertrag von 2011 ab. Doch in den Jahren zuvor wurden Gentechnikpflanzen in Mecklenburg-Vorpommern regelmäßig zu Versuchszwecken und auch kommerziell angebaut. Erst im Mai dieses Jahres bewilligte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittel ein Freisetzungsexperiment der Uni Rostock mit gentechnisch verändertem Tabak in Thulendorf (Landkreis Rostock).

22.06.2012 |

BaWü: Qualitätsvorteile von „Bio“ bestätigt / Kaum Gentechnikrückstände

Lebensmittel Auf Bio-Lebensmittel ist Verlass (Foto: Margot Kessler/pixelio.de)

Biologische Produkte sind deutlich weniger mit Spritzmitteln, Gentechnik und Schimmelpilzen belastet als Erzeugnisse aus konventioneller Landwirtschaft. Zu diesem Ergebnis kam das baden-württembergische Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) in einer über zehn Jahre hinweg durchgeführten Kontrolluntersuchung. Minister Alexander Bonde verdeutlichte die auffallenden Unterschiede: „Gegenüber konventioneller Ware weist Bio-Obst und -Gemüse im Schnitt einen 180-fach niedrigeren Gehalt an Pestiziden auf. 95 Prozent und damit der Großteil der Stichproben im Handel führen das Bio-Siegel zu Recht.“

Auch gentechnische Kontaminationen kommen bei Bio-Lebensmitteln weitaus seltener vor. Nur bei Soja wurden Spuren von Gentechnik gefunden, die jedoch alle unter dem gesetzlich erlaubten Höchstwert von 0,9 Prozent „zufälliger“ Verunreinigungen liegen. Während bei „Bio“ nur in 9 Prozent der kontrollierten Soja Gentechnikspuren gefunden wurden, waren es bei konventionellen Sojabohnen 38 Prozent.

Besonders gut schnitten bei den Tests biologisches Obst und Gemüse aus Deutschland ab. Bei importiertem „Bio“ sieht die Bilanz etwas schlechter aus. „Aus Sicht der Landesregierung liegt hier eine Marktnische für unsere heimischen Erzeuger. Damit diese ihre Chancen ergreifen können, unterstützt das Land den Umstieg auf ökologischen Landbau mit einer speziellen Förderung und einem Aktionsplan ‚Bio aus Baden-Württemberg‘“, so Verbraucherschutzminister Bonde.

15.06.2012 |

NRW: Rot-Grün gegen Gentechnik

SPD und Grüne in NRW wollen keine Gentechnik SPD und Grüne in NRW wollen keine Gentechnik; Foto: nrwspd / flickr

In Nordrhein-Westfalen stimmen die Parteitage von SPD und Grünen heute über den neuen Koalitionsvertrag ab. Die Spitzen der beiden Parteien sprechen sich in dem nach intensiven Verhandlungen beschlossenen Entwurf unter anderem für eine „nachhaltige, bäuerliche und gentechnikfreie Landwirtschaft“ aus.

Demnach sollen im einwohnerstärksten Bundesland auch weiterhin keine Gentechnikpflanzen angebaut oder für Experimente freigesetzt werden. Darüber hinaus will die künftige Landesregierung im Bundesrat eine Aufweichung der Gentechnikgesetze verhindern. In Schadensfällen aufgrund von Kontaminationen mit gentechnisch veränderten Organismen soll das Verursacherprinzip gelten. Bislang müssen geschädigte Landwirte selbst dafür aufkommen.

Der Entwurf des Koalitionsvertrags sieht die Ausschöpfung „aller Möglichkeiten“ zur Vermeidung von Gentechnik in NRW vor. Auf landeseigenen Flächen sollen weiterhin Verbote ausgesprochen werden. Außerdem wird eine deutliche Erkennbarkeit gentechnisch veränderter Produkte befürwortet. Wenn die Parteibasen das Papier annehmen, wird es wohl am kommenden Montag formell unterzeichnet.

29.05.2012 |

Backhaus: Gentechnikfreie Region unnötig

Till Backhaus - Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern Till Backhaus, Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern; Bild: Medienagentur tokati

Der Agrarminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD), hält die Gründung einer gentechnikfreien Region in seinem Bundesland nicht für nötig. Dies gab er letzte Woche im Schweriner Landtag zu verstehen. Zuvor hatte die Fraktion der Grünen ein Verbot von Gentechnik-Anbau auf landeseigenen Flächen gefordert.

Laut Angaben des Ministers findet in Mecklenburg-Vorpommern ohnehin kein Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen statt. Im Koalitionsvertrag von SPD und CDU sei vorgesehen, dass dies auch so bleibt. Für die Grünen hatte Ursula Karlowski zuvor in einer Pressemitteilung hingegen festgestellt: „Indem sie [die Landesregierung, Anm. d. Red.] in Pachtverträgen verbindlich regelt, dass die Nutzer auf den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen verzichten, könnte sie klar vorgeben, dass Gentechnik auf Landesflächen nicht stattfindet. Kneift die Regierungskoalition bei diesem wichtigen Punkt, so macht sie sich unglaubwürdig, dann sind die markigen Worte gegen Gentechnik auf dem Acker nur Seifenblasen.“

23.05.2012 |

Schweiz: Illegaler Gentechnik-Raps in Basel

Raps Foto: Tobias Kunze / pixelio

In Basel und Umland haben Umweltaktivisten von Greenpeace Schweiz an drei Stellen wachsenden Gentechnik-Raps entdeckt, der in dem Alpenland weder angepflanzt noch als Lebens- oder Futtermittel eingeführt werden darf. Nach Angaben von Greenpeace handelt es sich bei dem Fund um die herbizidresistente Sorte GT73 des Agrarkonzerns Monsanto. In zuvor durchgeführten Tests waren unter insgesamt 136 Rapspflanzen 29 Genmanipulierte gefunden worden. Greenpeace entfernt diese heute. Sie sollen anschließend den zuständigen Behörden übergeben werden.

Es wird vermutet, dass die Gentechnik-Pflanzen in verunreinigten Rapslieferungen aus den USA nach Europa transportiert und beim Verladen der Container von Schiffen oder Zügen in die Umwelt gelangt sind. Da sich Raps rasch verbreitet, sind die genmanipulierten Pflanzen kaum noch aus der freien Natur rückholbar. Greenpeace forderte in einer Stellungnahme genauere Kontrollen durch Importeure, Hafenbetreiber und Behörden.

15.05.2012 |

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Gentechnik-Förderung

AgroBioTechnikum Das AgroBioTechnikum in Groß Lüsewitz (MV) betreut Freilandversuche mit zusätzlichen Serviceleistungen und ist Sitz verschiedener Labore und Betriebe. Foto: Projektwerkstatt Saasen

Um den Fall der umstrittenen Förderung des Gentechnik-Zentrums in Groß Lüsewitz kümmert sich nun die Staatsanwaltschaft. Wie die Ostsee Zeitung berichtet, gibt es Hinweise auf Subventionsbetrug, Beihilfe zum Subventionsbetrug und Verstöße gegen das EU-Recht. Verschiedene Landesministerien haben das AgroBiotechnikum mit Millionen-Beträgen gefördert. Kritikern zufolge sind große Gentechnik-Konzerne die Hauptprofiteure der Förderung, deren gentechnisch veränderte Pflanzen auf Versuchsflächen getestet werden.

10.05.2012 |

Schluss mit lustig im Gentechnik-Schaugarten

Pro Gentechnik Demo Pro-Gentechnik-Demo in Üplingen 2009 hat nichts genützt, nun wird der Schaugarten geschlossen. Foto: Jörg Berstedt

Der Gentechnik-Schaugarten in Üplingen (Sachsen-Anhalt) öffnet dieses Jahr nicht. Feldzerstörungen sowie die restriktive Politik mache es den Betreibern unmöglich, der Öffentlichkeit gentechnisch veränderte Pflanzen zu präsentieren, ist auf der Homepage des Schaugartens zu lesen. Der Standort soll jedoch weiterhin "Treffpunkt der modernen Pflanzenzüchtung" bleiben. Die Betreiber sind der festen Überzeugung, dass die Agro-Gentechnik eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts ist, dass die positive Entwicklung jedoch an Deutschland vorbeigehe. Die Gentechnik-Befürworter geben der Politik und radikalen Gegnern die Schuld am Scheitern der Agro-Gentechnik in Deutschland, ohne einzugestehen, dass weder Landwirte noch Verbraucher von den Vorteilen der Agro-Gentechnik überzeugt werden konnten. Dementsprechend geht der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Deutschland immer weiter zurück. Nach der Verlegung der BASF-Gentechnik-Sparte in die USA hatte auch die KWS Saat AG angekündigt, ihre Freisetzungen zukünftig im Ausland durchzuführen. Allein am Standort in Üplingen will das deutsche Saatgut-Unternehmen festhalten. Wissenschaftler/innen, Studierende und Jugendliche, die normalerweise die gentechnisch „verbesserten“ Pflanzen live erleben dürfen, müssen dieses Jahr jedoch draußen bleiben.

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